Word of Mouth Marketing: Cluetrain WORKS!
Die Präsentation von Martin Oetting von trnd war für mich das Highlight des Tages. Nicht nur wegen des erfrischenden Themas, das mir wirklich mal einen Mehrwert bot, sondern auch wegen der unkonventionellen Sprache (“Web 2.0 ändert gar nichts, es ist immer noch das Straßenbahngespräch. Man kann die ganze Scheiße jetzt nur sehen”) und frischen Präsentationstechnik, die sich wohltuend von der üblichen Powerpoint-Soße abhob. Von ihm können viele andere etwas lernen.
Laut Oettig ist die klassiche Werbung am Ende und nervt Verbraucher zunehmend. Der Nutzen ist gering, der Aufwand immens. Am Ende machen die Kunden Entscheidungen für oder gegen ein Produkt in erster Linie von persönlichen Empfehlungen von Freunden abhängig. Das Modell des “Dauerfeuerns aus allen Werbekanonen” sei am Ende, weil es teuer und ineffektiv ist. Beispiele waren z.B. die Alice-Kampagne, die er am Anfang cool fand bis ihm ein Freund erzählte, dass er da 6 Wochen auf seinen DSL-Anschluss gewartet hatte, oder jemand, der sich einen BMW kaufen möchte, von seinen Freunden immer gefragt wird, warum er denn zu den Rasen mit Lichthupe auf derAutobahn gehören wolle.
Auf ironische Art und Weise zeigte er dann, dass deshalb jetzt alle Viralmarketing oder Guerillamarketing machen wollen, also mal n lustigen YouTube Film über den dann alle reden ins Netz stellen. Leider gehe dabei, so Oetting, die Botschaft meist unter. Hängen bliebe selten die eigentliche Produktaussage. Die Menschen reden nicht über das Produkt oder die Marke sondern eben über einen Film oder ein Spiel. Oettigs Firma trnd hilft Firmen dabei, echte virale Effekte zu erzeugen, die sich wirklich um ein Produkt oder eine Marke drehen. Dafür machen sie eine Art “closed Produkt-Beta” und lassen interessierte Verbraucher vor dem Start die Produkte testen. Diese ausgewählten “Insider”,die mit dem entsprechenden Respekt behandelt werden, sorgen mit immer neuen Aktionen (Test-Parties mit Freunden, Fotos mit dem Produkt, Lieferung des Produktes an den Arbeitsplatz, Blogging) für nachhaltige virale Effekte. Er zeigte eindrucksvoll, dass mit dieser Methode schnell eine große Anzahl von Leuten erreicht werden: Angefangen von 1200 Testern in der ersten Generation zu 24000 Zweitkontakten bis zu 1.5 Millionen Kontakten in der 5. Generation. Außerdem scheint es allen Beteiligten großen Spaß zu machen.
Update: Martins Vortrag auf Video
Link: de.sevenload.com
Fazit
Viral Marketing kennt zwar jeder, aber so erfrischend und überzeugend hat mir das noch nie einer präsentiert. Ganz groß! Danke!
Eine Antwort
Kommentare zu diesem Beitrag als RSS 2.0 feed.
Am May 7th, 2007 schrieb dealicious » Die Tyrannei der Transparenz
[...] Ganz hervorragend dazu passt auch der Satz von Martin Oetting in seinem Vortrag über Viral Makreting auf der next07: Web 2.0 ändert gar nichts, es ist immer noch das Straßenbahngespräch. Man kann die ganze Scheiße jetzt nur sehen. (festgehalten vom t8d-Blog) [...]
Kommentar abgeben