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Archiv für 'culture'

Barcamp Hamburg – Viral Marketing für Web Start-Ups (von Martin Oetting)

17.06.2007

Das Barcamp in Hamburg war nun mein erstes Barcamp, und Timo Heuer hat Jans und meine Ankunft prompt auf Video festgehalten.

Andreas hat die positiven Aspekte in seiner Kurzfassung genannt (s.u.). Ich kann diese trotz meines nur kurzen Besuches bestätigen und steige direkt in eine Gedankendarlegung zu Martin Oettings Ausführungen zum Viral Marketing für Web Start-Ups ein. Jason hat Martins tollen Vortrag (inhaltlich und „formal“) sehr gut zusammengefasst, so dass ich das hier nicht noch einmal zu tun brauche. Stattdessen möchte ich einen speziellen Aspekt aufgreifen.

Eine zentrale Aussage in Martins Vortrag ist die, dass der Erfolg viralen Marketings u. a. auf effektivem Beziehungsmanagement beruht, dessen Ziel (positive) Mundpropaganda ist. Beziehungsmanagement ist dabei ein langwieriger und oft mühsamer Prozess. Und deshalb muss er möglichst früh gestartet werden. Martin brachte hier folgenden Vergleich: „Man muss sich eine Fangemeinde erspielen wie eine Rockband“. Der Gegenstand der Beziehungspflege, das Produkt, bringt idealerweise Features mit, mit denen sich Netzeffekte realisieren lassen.

Dieser Aspekt im Zusammenhang mit viralem Marketing war ein interessanter Aspekt in seinem Vortrag, kennen wir doch aus der Vergangenheit andere (fast konträre) Strategien, die sog. kritische Masse an Nutzern eines Produktes oder Services zu gewinnen. Digitale Produkte wie bspw. ICQ oder Skype werden in ihren Basisversionen oder gänzlich kostenlos abgegeben (follow the free). Die Distribution wird hier ja ohnehin von den Nutzern vorgenommen, die die Software proaktiv herunterladen. In diesem Zusammenhang sind dann auch die erheblichen economies of scale zu nennen, die sich für Unternehmen bei digitalen Produkten realisieren lassen. Im Falle von ICQ wurde dieses kostenlose Produkt dann von AOL nach der Übernahme weiter massiv in den Markt gedrückt – die kritische Masse in einem globalen Markt ist so schnell erreicht worden. Netzeffekte kommen klar zum tragen.

Mundpropaganda hat eine andere Qualität. Eine persönliche Empfehlung hat einen hohen Stellenwert für den potentiellen Kunden/Nutzer, und sie ist für den Anbieter gleichzeitig kostenlos. Das Argument für die erstmalige Nutzung eines digitalen Produktes ist hier, dass es empfohlen worden ist. Und nicht, dass es kostenlos ist. Somit können auch per se kostenpflichtige Angebote etabliert werden. Dies ist ja speziell bei digitalen (Informations)Produkten schwierig, da sie Erfahrungsgüter sind, deren Wert sich erst mit bzw. nach der Nutzung erschließt und vorher kaum bewertet werden kann.

Sicher ist, dass die (subjektiv empfundene) Qualität des Angebotes/Produktes stimmen muss, denn sonst wird es kaum weiterempfohlen werden.
Insofern lautet mein Fazit, dass Viral Marketing nicht nur bei kleinen Budgets in Start-Ups eine zentrale Rolle spielt, sondern auch und gerade dann, wenn Geschäftsmodelle nachhaltig sein sollen, die im Erlösmodell nicht nur Werbeeinnahmen, sondern auch Einnahmen aus bspw. Nutzungsgebühren vorsehen. Persönliche Empfehlungen des Produktes oder einzelner Services sowie Features, die Netzeffekte ermöglichen, sind hier also als Schlüsselfaktoren zu bewerten.

ARD/ZDF Online Studie – Mehr SilverSurfer als Teens im Netz

15.05.2007

Über das uploadBlog bin ich auf die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der ARD/ZDF-Online-Studie 2007 aufmerksam geworden.

Die komplette Studie wird erst im August veröffentlicht, aber das, was es jetzt schon an Zahlen gibt, ist durchaus spannend:

  • Mit 40,8 Mio. sind mehr als die Hälfte aller Deutschen über 14 Jahren online (62,7 Prozent)
  • Die stärksten Zuwachsraten gibt es bei Frauen und Über 50-jährigen. Mittlerweile sind damit mehr Silver Surfer im Netz als Teenager (5,1 Mio. vs. 4,9 Mio.)
  • Multimedia gewinnt an Boden: 16 Prozent der Nutzer schauen sich mindestens ein mal wöchentlich Videos im Netz an
  • 59 Prozent der Nutzer verfügebn über einen DSL-Anschluss

Die Ergebnisse kann man sich auch als PDF downloaden.

Next07 Rückblick – trnd

07.05.2007

Word of Mouth Marketing: Cluetrain WORKS!

Die Präsentation von Martin Oetting von trnd war für mich das Highlight des Tages. Nicht nur wegen des erfrischenden Themas, das mir wirklich mal einen Mehrwert bot, sondern auch wegen der unkonventionellen Sprache (“Web 2.0 ändert gar nichts, es ist immer noch das Straßenbahngespräch. Man kann die ganze Scheiße jetzt nur sehen”) und frischen Präsentationstechnik, die sich wohltuend von der üblichen Powerpoint-Soße abhob. Von ihm können viele andere etwas lernen.

Laut Oettig ist die klassiche Werbung am Ende und nervt Verbraucher zunehmend. Der Nutzen ist gering, der Aufwand immens. Am Ende machen die Kunden Entscheidungen für oder gegen ein Produkt in erster Linie von persönlichen Empfehlungen von Freunden abhängig. Das Modell des “Dauerfeuerns aus allen Werbekanonen” sei am Ende, weil es teuer und ineffektiv ist. Beispiele waren z.B. die Alice-Kampagne, die er am Anfang cool fand bis ihm ein Freund erzählte, dass er da 6 Wochen auf seinen DSL-Anschluss gewartet hatte, oder jemand, der sich einen BMW kaufen möchte, von seinen Freunden immer gefragt wird, warum er denn zu den Rasen mit Lichthupe auf derAutobahn gehören wolle.

Auf ironische Art und Weise zeigte er dann, dass deshalb jetzt alle Viralmarketing oder Guerillamarketing machen wollen, also mal n lustigen YouTube Film über den dann alle reden ins Netz stellen. Leider gehe dabei, so Oetting, die Botschaft meist unter. Hängen bliebe selten die eigentliche Produktaussage. Die Menschen reden nicht über das Produkt oder die Marke sondern eben über einen Film oder ein Spiel. Oettigs Firma trnd hilft Firmen dabei, echte virale Effekte zu erzeugen, die sich wirklich um ein Produkt oder eine Marke drehen. Dafür machen sie eine Art “closed Produkt-Beta” und lassen interessierte Verbraucher vor dem Start die Produkte testen. Diese ausgewählten “Insider”,die mit dem entsprechenden Respekt behandelt werden, sorgen mit immer neuen Aktionen (Test-Parties mit Freunden, Fotos mit dem Produkt, Lieferung des Produktes an den Arbeitsplatz, Blogging) für nachhaltige virale Effekte. Er zeigte eindrucksvoll, dass mit dieser Methode schnell eine große Anzahl von Leuten erreicht werden: Angefangen von 1200 Testern in der ersten Generation zu 24000 Zweitkontakten bis zu 1.5 Millionen Kontakten in der 5. Generation. Außerdem scheint es allen Beteiligten großen Spaß zu machen.
Update: Martins Vortrag auf Video
Medium: de.sevenload.com
Link: de.sevenload.com

Fazit

Viral Marketing kennt zwar jeder, aber so erfrischend und überzeugend hat mir das noch nie einer präsentiert. Ganz groß! Danke!

Mehr bei

Stöckchen 2.0

25.04.2007

Das erste Mal, dass ich bei sowas mitmache. Ich habe bei Robert dieses Stöckchen gefunden. So web2nullig bin ich also:

Nutzt Du Social Bookmarking/Networking Seiten wie Digg, Yigg, Mister Wong oder Del.Icio.Us? Wenn ja, welche?
Ja, ich nutze del.icio.us täglich und könnte ohn nicht mehr leben :) . Mister Wong finde ich sehr gelungen. Digg/Yigg bringen mir persönlich nicht so viel. Ich nutze del.icio.us eher für mich selbst als zum Finden neuer Seiten. Dafür hab ich meine RSS-Feeds.

Schaust Dir Videos bei Videoportalen wie YouTube, Sevenload oder DailyMotion an? Wenn ja, was für Videos guckst Du Dir meistens an?
Ja. Ich guck mir täglich einige Videos an. Zum Teil Screencasts, zum Teil “Funvideos”.

Kennst bzw. nutzt Du Flickr?
Klar kenn ich Flickr, hab auch einen Account, den ich zugegebenermaßen stark vernachlässige. Ich fotografiere gern, aber die Aufbereitung kostet mich immer so viel Zeit, dass es die meisten Bilder dann nicht auf Flickr schaffen.

Was hältst Du von Diensten wie Twitter oder Frazr?
Twitter ist interessant. Besonders die SMS / IM Integration. Ich persönlich kann damit aber nix anfangen. Meine persönliche Kommunikation läuft über IM/Skype oder Mail. Evtl. bin ich (hätt nicht geglaubt, dass ich sowas jetzt shon sag) zu alt dafür, aber SMS ist auch nicht so mein Ding.

Wie viele RSS-Feeds hast Du abonniert?
Um die 50 Feeds hab ich via bloglines abonniert. Die allermeisten drehen sich um Design, Programmierung und Netzkultur. “Klassiche News” lese ich lieber auf den entsprechenden News Seiten als mir deren Feeds zu abonnieren.

Liest Du die alle täglich?
Ich gebe mir Mühe. Ehrlich gesagt überfliege ich viele Feeds aber auch nur, je nach Blog. Wenn Blogs seltener posten, lese ich die kompletten Artikel eher, als wenn 10 neue Beiträge pro Tag im Blog stehen, außer es handelt sich großteils um “Sidenotes” wie von Jason Kottke.

In wie vielen Weblogs bloggst Du? (Eigene oder Mitautor)
Hauptsächlich hier, in Kürze auch auf beltundsund.de, das gerade in der Startphase steckt. Ich spiele außerdem mit dem Gedanken, in Zukunft auch mal Englisch zu bloggen. Dafür kämen dann eher technische Gruppenblogs oder technische Magazine wie das Digital Web Magazine oder Boxes and Arrows in Frage.

Kommentierst Du in anderen Blogs? Wenn ja was?
Klar. Meistens, wenn mich ein Artikel begeistert oder ärgert. Je mehr ein Beitrag mich polarisiert, desto eher kommentiere ich. Manchmal sag ich auch einfach nur Danke.

Wer ist Dein persönlicher “Blog-König von Deutschland”?
Hab ich nicht.

Gehört Weblogs Deiner Meinung nach die Zukunft oder sind sie nur ein vorübergehender Hype?
Ich halte nichts vom Hype, genausowenig wie ich was von der These halte, dass das Ende der Blogs gekommen ist. Ich denke Blogs sind eines von velen neuen Mitteln, sich der Welt mitzuteilen – man nennt es auch Kommunikation und es gab schon immer viele Leute die unwichtige Dinge gesagt haben. Dass sie das jetz in Communities oder auf Blogs tun ändert nichts daran. Ehrlicherweise kommuniziere ich über dieses Blog ja auch mit mehr oder weniger vielen Lesern als Leser hier mit mir ;) . Also ist dieses Blog auch eher eine Art Selbstdarstellung, wenn man kritisch ist. Insgesamt waren Medien und Kommunikationsformen aber immer und gerade heute in einem starken Wandel, bedingt durch Technologie. Die Medien lösen sich in der Regel aber nicht ab, sondern ergänzen einander.

Wird es Dein Blog / Deine Blogs dann auch noch geben?
Ich bin mir sicher, dass ich auch in Zukunft weiter bloggen werden. Ob das immer hier ist, weiß ich natürlich nicht. Es macht mir Spaß, wenn es anderen hilft, wenn ich etwas aufschreibe, was ich gelernt/herausgefunden habe oder einfach nur meine Gedanken zu einem Thema mitteilen kann. Wenn damit dann jemand wirklich was anfangen kann, ist das umso besser.

Wer kriegt das Stöckchen?
Wer Lust hat.

P.S. Passend zum Thema auch der Web2.0 Coolness Generator und der entsprechende Artikel.

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